Der Silverdale-Blog

Der Silverdale-Blog wird im Lauf der Zeit neuere und ältere kynologische Beiträge über unsere Rasse anbieten oder auf Veröffentlichungen dieser Art aufmerksam machen. Wir muten unseren Besuchern also das Lesen und die interaktive Diskussion zu und wollen auch insofern unserem Anspruch, „elitär“ zu sein, gerecht werden

Freitag, November 30, 2012

Azenfouk die letzte Immigrantin aus Menaka?

Hinter den Dünen von Menaka - Azenfouks Mutter (ABIS-Archiv 2007)
In der Heimat der Azawakhs - mit Menaka als eines der traditionellen Zentren der Tuaregautonomie - gibt es derzeit kaum Perspektiven einer Veränderung zum Besseren. Die Scharia-Herrschaft scheint etabliert, ein Einsatz der schwarzafrikanischen Bodentruppen unter ihren künftigen französischen, deutschen und anderen EU -"Militärberatern" kann erst irgendwann im kommenden Jahr und dann nur mit zweifelhaftem Erfolg beginnen. Derweil bekommt Al Qaida weiteren Waffen- und Kämpfernachschub aus den Maghrebstaaten, auch Salafisten mit deutscher Staatsbürgerschaft sind angeblich unter den Freiwilligen. Der Rauschgifttransfer in Richtung Europa liefert genügend Geldmittel. Es wird wohl auch nur eine Frage der Zeit sein, bis Präsident Obama den Einsatz der digital aufgerüsteten und vor Ort schon greifbaren U.S. Air Force freigeben muss. Afghanistan, Libyien, Mali usw. usf.? Vielleicht stellt es sich noch als Fehler heraus, dass die Westmächte die "Demokratische Republik Assouagh" mit ihren durchaus chaotischen Zügen und ihrem politischen Dilettantismus allein gelassen haben.
Wenn der Desiree von Trotha-Film: http://www.woodstockintimbuktu.de/de/index.html  in Eure Kinos kommt, schaut ihn Euch an ...

Donnerstag, November 29, 2012

EINE IMMIGRANTEN- KARRIERE: AZENFOUK AUS MENAKA





 Heute hat es auch der  DWZRV beurkundet: „Happy“ ist  eine hervorragende  und zuverlässige  Coursing-Sportlerin. 
Azenfouk hat sich, vernünftigerweise,  erst mit drei Jahren um ihre Lizenz beworben. Sie war auch nur bei  elf hochrangigen Coursing-Events eingesetzt  und wurde zwischendurch zwei  Mal  Mutter.  Offenbar ist ihre Höchstleistungszeit  auch mit sechs Lebensjahren  nicht vorbei. Damit tritt sie  in die Spuren des inzwischen legendären Zwingerstars Kalil of Silverdale.  
Azenfouk  hat schon ziemlich alles erreicht,  was im Windhundcoursing angeboten wird:  
FCI Europameisterin 2011 - Deutsche Coursingsiegerin  2012 (Vizecoursingsiegerin  2011 mit der gleichen Punktzahl wie der erstplatzierte  Azawakh) - Coursingleistungsurkunde 2012  -  Champion  für Schönheit und Leistung. Gebrauchshunde (CACIL) –Patent und auf der Kandidatenliste für   den Deutschen und den Italienischen  Coursingchampion.
Ihre Heimat Mali erduldet  gegenwärtig wieder eine der Katastrophen in der Geschichte der Kel Tamashek und ihrer Nomadenwindhunde.  Wir hoffen auf das letztendliche Überleben von Happys Rassegenossen im Sahel. Die künftigen Azawakh-Generationen in Europa  und Amerika werden ohne sie nicht zurechtkommen.




Sonntag, November 18, 2012

Nun ist der Beweis da: Importe sind keine Mischlinge!



Ausgeschlossen ist die Verbreitung dieses Blogbeitrags auf Facebook



Mit freundlicher Genehmigung von Ursula Arnold DNA-Beauftragte des DWZRV

Mars-Rassetests etabliert mit den Windhunden des DWZRV




Azawakh
Der DWZRV erhielt ein einmaliges Angebot von der Firma Mars, eine Gendatensammlung für jede einzelne Windhundrasse  zu erstellen, um einen Reinrassigkeitstest zu etablieren.
Beauftragt wurde damit das Labor Eurofins-Medigenomix, das schon unsere DNA-Analysen vornimmt. Mars übernahm die Kosten.


Unsere Zuchtleitung entschied sich dafür, auf den sehr vielseitigen verbandseigenen Genpool zuzugreifen, anstatt die bereits bestehende sehr kleine Datenbank von Mars zu nutzen. Diese beinhaltet nur die Rassen Afghane, Barsoi, Greyhound, Saluki, Whippet, Podenco Ibicenco und Pharaoh-Hound. Für die anderen Windhundrassen  und Rassen der Gruppe 5 gab es noch keinen Test. Anlässlich der Tagung der Zuchtkommissionsmitglieder am 3.12.2011 wurde das Projekt vorgestellt und die Zuchtkommissionsmitglieder gebeten, für die Erstellung der benötigten Basis 40 Hunde jeder Rasse vorzuschlagen, die dem Standard entsprechen, möglichst wenig miteinander verwandt sind und die gesamte Palette der Rasse gut abdecken. Davon werden dann von der Zuchtleitung 25 Hunde, die für uns kostenfrei analysiert werden, ausgewählt.

Zum Verfahren (ganz allgemein):
Wir kennen den normalen DNA-Fingerprint als Elternschaftsnachweis. Er wird an 9 Markern analysiert und kann damit die Eltern genau definieren, keine Rassezugehörigkeit.                             
Hier ein Beispiel :



Dagegen werden zur Etablierung der Rassetests 321 Marker herangezogen. Hier handelt es sich um eine sehr große Datenmenge, die natürlich eine entsprechend genaue Aussage liefert. Im Ergebnis erscheinen  keine Zahlen sonder Grafiken, die Aufschluss darüber geben, wie die genetische Spezifizierung des jeweiligen Hundes ausfällt. Das heißt zu welcher Rasse sich sein Erbgut (auf den 321 Markern) zuordnen lässt.
Allgemeine Erkenntnisse aus den Studien der Analysen der einzelnen Rassen:
-          Zuordnung von reinrassigen Hunden ist möglich
-          Historische und populationsbedingte Einflüsse konnten aufgezeigt werden
Vergleich der Windhundgruppen:                                                                                                                 


Vergleich der Windhundgruppen:       Einige Rassen zeigen eine größere Nähe zueinander als zum Rest.                                                     Deerhound und Irish Wolfhound (welche die größte Distanz zum Rest zeigen)                                            Barsoi und Chart Polski                                 
                          
      Greyhound und Magyar Agar                                                                                                                                        
Saluki und Afghane           Whippet und Italienisches Windspiel      Sloughi und Galgo auf der einen Seite,  Sloughi und Azawakh (in gleicher Linie weiter zum Basenji) auf der anderen  Mediterrane Rassen und Galgo wie auch Sloughi                  


Azawakh speziell:
Schleimhautproben von 26 Azawakhs kamen bei mir an, 25 davon wurden anonym und nur mit einer Codenummer an Mars weiter geleitet. Ich pickte eine Probe heraus, die den größten Verwandtschaftsgrad zu einigen anderen hatte. Wir konnten eine sehr interessante Mischung einschicken: Azawakhs aus 12 Zuchtstätten (5 deutsche Zuchtstätten und jeweils eine in NL, I, F, P, CZ). Davon weisen 8 Azawakhs keinen Import mehr in der Ahnentafel auf, 10 tragen eine ZBNr. mit  Imp.2 (wobei es sich um unterschiedliche Importe handelt), 5 Halbimporte (also Imp.1) und 2 Originalimporte.  




 Diese Grafik zeigt ganz deutlich, dass die Azawakhs (blau) einen geschlossenen Cluster (eine Wolke in der die einzelnen Individuen liegen) bilden. Rechts davon in grün werden die Sloughis dargestellt, die wir nach dem gleichen Schema (unterschiedliche Linien und Importe) heraus suchten. Davon liegt ein Individuum zwischen den Clustern der Azawakhs und Sloughis. Dieser ist offensichtlich ein Mischling und wurde nicht bei Rasse-Etablierung für die Sloughis berücksichtigt. Ebenfalls interessant sind die Salukis. Es gibt schon seit einigen Jahren einen Rassetest für die Salukis ( gelb), etabliert von der britischen Rassepopulation. Saluki new (rot) sind unsere DWZRV-Salukis, nach den gleichen Kriterien zusammengestellt wie unsere Azawakhs. Erstaunlich die Homogenität unserer Salukis trotz des großen Genepools.

 Mit dieser Grafik wird das Verhältnis der Azawakhs (blau) zu den anderen (Nichtwindhund-) Rassen (grün) gezeigt. Es fiel auf, dass eine größere Relation zu den Basenjis besteht. Leider sind bei diesem Schaubild die Rassen Sloughi und Saluki nicht aufgeführt. Der Beschreibung von Mars folgend ist der Azawakh zwischen den Sloughis und den Basenjis angesiedelt.


Alle Rassen mit Ursprung in Westafrika, Nordafrika, Naher Osten und mittlerer Osten zeigen eine gute Auflösung und formen getrennte rassespezifische Cluster. Das Gleiche gilt für die einzelnen okzidentalen Rassen.
 
Ein persönliches Wort:
Als Mars uns dieses Angebot machte, war meine erste Reaktion: das braucht kein Mensch.
Aber angesichts des im Vergleich zu anderen Ländern  wirklich großen Genepools unserer Rassen erschien es uns doch sehr sinnvoll, dass der DWZRV (und nicht ein anderer Verband oder Rasseclub) sich um die Etablierung der Rassetests kümmert. Das wirkte absolut überzeugend auf mich.
Ich blicke gerne auf die sehr gute und enge Zusammenarbeit mit den Zuchtkommissionsmitgliedern zurück.
Die Projektleiterin von Eurofins hielt mich immer auf dem Laufenden und kontaktierte mich sehr oft, um Hintergrundinformationen über die Rassen zu bekommen. Perfekte Zusammenarbeit.
Wir haben eigentlich mit nichts außer einem von den Genmaterial unserer  Hunde  etablierten  Rassetest gerechnet, aber wir haben viele Informationen über unsere Rassen bekommen, viele Vermutungen wurden bestätigt und einiges lässt uns staunen.
Ich danke Allen ganz herzlich, die mir geholfen haben!
Ursula Arnold