Der Silverdale-Blog

Der Silverdale-Blog wird im Lauf der Zeit neuere und ältere kynologische Beiträge über unsere Rasse anbieten oder auf Veröffentlichungen dieser Art aufmerksam machen. Wir muten unseren Besuchern also das Lesen und die interaktive Diskussion zu und wollen auch insofern unserem Anspruch, „elitär“ zu sein, gerecht werden

Montag, August 27, 2012

Wie bekommen Azawakhs die amtliche Genehmigung, hundert Stundenkilometer schnell zu sein?


>Ich-will-nur-ein-100er-Schild-haben!<
Oder:  Wie bekommen  Azawakhs die  amtliche Genehmigung,  hundert Stundenkilometer schnell zu sein?
Die Silverdale-Azawakhs sind Besitzer eines historischen Wohnwagens für ihre Fahrten zu Coursing- und Rennveranstaltungen: Das legendäre Hymer-Eriba-Ei, Baujahr 1979


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Die Vorgeschichte: Auf dem Weg zum EM-Betrug in Ungarn wurde ich auf der Autobahn von der Bundespolizei kontrolliert. Die freundlichen Beamten haben mich darüber aufgeklärt, dass ich mit dem  Anhänger schneller als die erlaubten 80 km/h  gefahren bin und dafür kein 100er Schild habe. Und ich erfuhr, dass es 100er- Schilder mit Amtssiegel gibt. Mit einem solchen Kennzeichen hält sich das Bußgeld für allfällige Geschwindigkeitsüberschreitungen dann auch in Grenzen.  Das wollte ich für die lange Reise zur FCI-Weltmeisterschaft am Atlantik unbedingt nutzen.
Anruf bei der Kfz-Zulassungsstelle. Erst nach einer Stunde durchgekommen und die Auskunft erhalten: Ich brauche nur  Schein und  Brief mitzubringen und könne damit  Schild abholen. Am nächsten Tag beim Kreisverwaltungsreferat: In der Eingangshalle steht ein Checkpointhäuschen, wo eine hübsche Afrikanerin  meine Unterlagen prüfte. „Ich will ja nur ein 100er-Schild haben!“ Wo denn die TÜV-Bescheinigung sei? Ich:  Welche TÜV-Bescheinigung?  Na ja, die Bescheinigung vom TÜV darüber, dass der Anhänger 100 km/h fahren darf. Hatte ich natürlich nicht, woher sollte ich das wissen nach der Telefonauskunft  des Vortages.  Also wieder telefoniert, u.a. mit meiner Werkstatt.  Jetzt hatte ich Glück. Die hatten gerade die TÜV-Prüfer da und ich konnte bei ihnen die Papiere abgeben. Der Ingenieur war sogar bereit, zu  unserem nahe gelegenen Haus zu fahren und sich den davor geparkte Wohnwagen  anzuschauen. Am späten Nachmittag dann der Anruf: Ich kann die TÜV-Bestätigung abholen. Beim Bezahlen hat der Werkstatt-Meister mir ein Formblatt in die Hand gedrückt und  sehr eindringlich dessen Studium  empfohlen.  Ganz ehrlich: Was da drauf stand, habe ich gar nicht verstanden. Nur technischer Kram über einen X-Faktor und die notwenigen Eigenschaften der Zugmaschine…  Hauptsache, ich hatte die TÜV-Bescheinigung:  Ich-will -ja-nur-ein-100er-Schild-haben!
Am nächsten Tag wieder mit  dem Roller zur  Zulassungsstelle. In der Schlange gewartet. Im Checkpointhäuschen diesmal drei hübsche Damen. Papiere erfolgreich gesichtet und eine Nummer bekommen.
Rauf zum ersten Stock und auf Designerstühlchen mit Geduld und gutem Sitzfleisch ausgeharrt. 

 Es waren nur 12 Leute vor mir dran. Das stand sogar auf der Wartenummer:
Nach einer Stunde durfte ich ins Amtszimmer. Papiere dem Sachbearbeiter übergeben und der fragte gleich nach der Bevollmächtigung durch den Fahrzeugeigentümer, meinen Mann. Gott sei Dank, vorsorglich dabei gehabt. Dann hat er im Zwei-Finger-Suchsystem die ganzen Daten der TÜV-Bescheinigung in den Rechner eingegeben. Seine Klage „Oh Gott, ist das ein Beamtendeutsch, das kann ja keiner verstehen“ konnte ich nachvollziehen. Dann hat er mich zum Verwalter der 100er-Schilder  in den zweiten Stock geschickt.  Nach einem längeren Telefongespräch fragte dieser nach meinem Begehr. „Ich will nur ein 100er-Schild haben“.  Er will Kfz- Schein und Brief sehen. Die liegen beim Kollegen in ersten Stock , also muss er sie am Bildschirm zur erneuten Kontrolle abrufen. Denn es handelt sich  ja immerhin um einen 100km- Aufkleber!  Endlich geht er zum 100km-Schilder-Rollschrank, den nur er mit seinem Schlüssel  öffnen kann. “Oh, wir haben gar keine kleinen 100er-Schilder mehr“. Das war mir in dem Moment egal :  Ich-will-nur-ein-100er-Schild-haben! So bekam ich ein riesiges Abzeichen,  das eigentlich für einen LKW bestimmt war. „ Jetzt gehen Sie ins Erdgeschoß  zur Kasse und dann mit der Quittung zum Ende des Ganges und lassen dort das Schild mit einem Amtssiegel versehen“.   

Gesagt und getan. Dann wieder zum 2. Stock und meine Papiere geholt, anschließend zurück zum Sachbearbeiter in der 1.Etage.  Durfte auch gleich ins Zimmer und musste dort nicht warten. Aber dann fiel dem Beamten auf, dass auf der Vollmacht  mein Geburtsdatum fehlte. Dieses konnte ich aber mit Hilfe des Personalausweises belegen und es wurde freundlicherweise  in der Vollmachtsurkunde  nachgetragen. Und damit war es  so weit:  Am Ziel mit meiner Idee „Ich-will-nur-ein-100er-Schild-haben“. 


Auf die netten Abschiedsworte „Bis zum nächsten Mal“  fiel mir nur ein:  So bald  nicht mehr, das Eriba-Ei  ist nun 33 Jahre alt und kann’s leicht noch mal so lang schaffen. Besonders mit einem amtlich beurkundeten Hochgeschwindigkeitsabzeichen…  
 Also auf zur Weltmeisterschaft nach Frankreich.



Kommentare:

  1. Die Stühle sind so spartanisch, damit du nicht auf die Idee kommst es auch noch gemütlich zu finden;-)

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