Der Silverdale-Blog

Der Silverdale-Blog wird im Lauf der Zeit neuere und ältere kynologische Beiträge über unsere Rasse anbieten oder auf Veröffentlichungen dieser Art aufmerksam machen. Wir muten unseren Besuchern also das Lesen und die interaktive Diskussion zu und wollen auch insofern unserem Anspruch, „elitär“ zu sein, gerecht werden

Dienstag, Dezember 27, 2011

A quote from Susan Bamford’s article

A quote from Susan Bamford’s article on Sloughis in JOURNAL OF THE INTERNATIONAL SOCIETY FOR  THE PRESERVATION OF PRIMITIVE ABORIGINAL DOGS, No. 28, Dec. 2011 >…
Today’s narrow concept of "breed" is very specific to our "Western" civilisation subsequent to the early 1800s… The different types of sighthound (which have been turned into individual breeds by our Western world) all seem to have many areas of similarity and appear to have developed from one (or possibly more) ancient root stocks – gradually changing or evolving in different places to cope with local conditions (weather, terrain, game to be hunted,and so on) and forming what we in our Western world now call "breeds" such as Saluki, Sloughi, Azawakh, Afghan, Galgo, Tazi, etc. People living across Eastern, Middle Eastern and North African countries, on the other hand, and continuing to use their hounds for hunting and coursing game, appear to have bred primarily to type and performance - they were not looking for a static picture postcard of a dog for the show-ring, but a functional hunting hound that would look good, could perform well and catch them their supper. Obviously they would not be mixing true sighthounds with herding or street dogs but on the other hand I don't think they would have been unduly bothered by minor visual aspects of conformation, coat or colour in their sighthounds, except maybe in terms of personal preferences…<

Samstag, Dezember 17, 2011

Können diese Augen lügen?

JA!!!

Sie gehören den Dieben aus dem Silbertal, die dem historischen Vorbild aus Bagdad in nichts nachstehen. Das weiß ich natürlich aus jahrzehntelanger Azawakherfahrung und passe entsprechend auf. Trotzdem bekommt man immer wieder eine lange Nase gedreht.

Unvollständige Beuteliste im Advent 2011:
Noah: Ein Schokolade-Nikolaus zu 200g (um 6.00 Uhr morgens vom Schreibtisch entwendet und innerhalb von 10 Minuten verputzt). Mindestens 1 kg rohe Karotten und Äpfel bei der Untersuchung von Einkaufstüten. Die zerlegten Feuerzeuge werden nicht mehr mitgezählt. Nadira: Mindestens drei Holzkochlöffel und eine unbekannte Anzahl von Hustenbonbons und Pralinen (allein oder mit anderen).
Meliha: Ein  halber Rotweinkuchen und sechs Brandteigschwäne mit Sahne und Kirschen.  
Jetu  meint neuerdings, dass sie mit ihren knapp 15 Jahren Heimlichtuerei nicht mehr nötig hat, und attackiert beim Aufgehen der Kühlschranktür blitzschnell den dortigen Wurstvorrat.

Einmalig war aber die Situation, die ich vor ein paar Tagen erlebt habe: Beim Spaziergang um einen Badesee fährt bei der benachbarten Gaststätte das Lieferauto eines Metzgermeisters vor und der Mann lädt eine offene Transportkiste mit den Bestellungen des Küchenchefs aus.  Unsere Caramel ist in Sekundenschnelle bei ihm und dann mit 500 g Schweinefilet im Maul   am anderen Ende des Sees, wo sie den Vorweihnachts-„Braten“ in aller Eile, aber  ungestört  vereinnahmen kann.. Der Metzger steht mit offenem Mund da und meint, er habe noch nie so einen schnellen und dünnen Hund gesehen. Der kommt dann sogleich zum Tatort zurück, um sich nach weiteren Leckerbissen umzusehen. Und Caramel hat damit Erfolg: Das tief beeindruckte Opfer schenkt dem „dünnen Hund“ obendrein noch ein paar Wienerwürstchen. Ich war dann doch über beide fassungslos und wenn es nicht mein eigener Azawakh gewesen wäre, hätte ich mich über die Geschichte schon an Ort und Stelle totlachen können…
Energie und Technik  für den Mundraub haben unsere Azis offenbar von „Sir Kalil“ geerbt oder abgeschaut. Wir nannten ihn – z.B. aufgrund seiner Fähigkeit, fest verschlossene Behälter zu öffnen – auch den Diplomingenieur („Dem Inschenör ist nichts zu schwör…“)
Kalil, genannt Konny

Sonntag, Dezember 11, 2011

Echte Azawakhs haben einen eigenen Kopf…

Das gilt nicht nur für ihre Verhaltensweisen, sondern auch für die spezielle Anatomie. Beides stößt oft auf mangelnde Kenntnisse





Der Azawakh-Standard hält die folgenden anatomischen Richtwerte fest: Körperlänge / Widerristhöhe = 9 : 10. Bei Hündinnen kann dieses Verhältnis leicht überschritten werden.
Brusttiefe / Widerristhöhe: etwa              4 : 10.
Fanglänge / Kopflänge:                             1 : 2
Schädelbreite / Kopflänge:                       4 : 10

Die Verhältniszahl Schädelbreite : Kopflänge mit 4 : 10 folgt den Roussel-Messungen an afrikastämmigen Azawakhs aus den 1970er Jahren. Ein 2009 von mir durchgeführtes Kontrollsample mit 4 Rüden und 6 Hündinnen aus der derzeitigen Importgeneration stimmt mit diesen vor vier Jahrzehnten erhobenen Werten überein.
Meßtabelle nach Francois Roussel, Contribution a l’etude des levriers du Sud Sahara, 1975:
Geschlecht Import Alter Größe:cm Schädelbreite:cm Kopflänge:cm Verhältnis: 4,0 : 10
Rüde Az.Imp.0         5        Ø 65          8,5                         21,5                   3,9 : 10
Rüde Az.Imp.0         3        Ø 65          7,5                          22                     3,4 : 10
Rüde Az.Imp.0         3        Ø 65           8                            22                     4,6 : 10
Rüde Az.Imp.0         1,5     Ø 65           9                            23                     3,9 : 10
Rüde Az.Imp.0         3        Ø 65           8,5                         22,5                  3,7 : 10
Rüde Az.Imp.0         2        Ø 65          11,5                        25                     4,6 : 10
Hündin Az.Imp.0     2        Ø 60           8,3                         20                     4,1 : 10
Hündin Az.Imp.0     ?        Ø 60           7,8                         20,5                  3,8 : 10
Hündin Az.Imp.0     2        Ø 60            8,3                        20,5                  4,0 : 10
Hündin Az.Imp.0     2        Ø 60            7,9                        21                     3,7 : 10
Hündin Az.Imp.0     3        Ø 60            8,2                        20,3                  4,0 : 10
Hündin Az.Imp.0     2        Ø 60            8,5                        22,2                  3,8 : 10

Meßergebnisse bei meinem Imp.-Sample von 2009:

Geschlecht Import  Alter  Größe  Schädelbreite Kopflänge   Verhältnis 4:10
Rüde  Az.Imp.1       9          67              11                25,5                      4,6 : 10
Rüde  Az.Imp.1    9             65              10                24                         4,1 : 10
Rüde  Az.Imp.1    4             70              10                24                         4,1 : 10
Rüde  Az.Imp.1    2             62              10                24                         4,1 : 10
Hündin Az.Imp.1    2          61              9,5               24,5                      4,1 : 10
Hündin Az.Imp.0   3           59               10               22,5                      4,1 : 10
Hündin Az.Imp.1   4           66               10               24                         4,1 : 10
Hündin Az.Imp.1   9           62               10               23                         4,2 : 10
Hündin Az.Imp.0  10          69               9,5              23                         4,1 : 10
Hündin Az.Imp.2  12          62               8,3              22                         3,7 : 10

In Show-Beurteilungen der oben untersuchten Hunde wurde in Abweichung von den gültigen und in ihrem Fall zutreffenden anatomischen Standardvorgaben der Schädel nicht selten als zu substanzvoll beschrieben. Grund hierfür sind persönliche Typ-Vorlieben einzelner Richter und die Gewöhnung an die das Ausstellungswesen dominierenden Exemplare aus europäischen Engzuchten. Diesen subjektiven Faktor hat schon Emil Hauck auf den Punkt gebracht: „Während die beim Hund vorkommenden Farben von den meisten Menschen kaum anders gewertet werden, als die gleichen Farben an anderen Tieren oder Gegenständen, spielt der Geschmack bei den Formen schon eine recht große Rolle. Hier stört oder fördert die Gewöhnung das Werturteil. Die Wirkung der Gewöhnung auszuschalten, ist sehr schwer und erfordert einen hohen Grad geistiger Entwicklung. Deshalb gibt es so wenig gute Allgemeinrichter, ja Richter überhaupt.“. Zur Problematik des Richterwesens hat Peter H. Sander einen klugen Aufsatz veröffentlicht http://www.arbeitskreis-azawakh.com/42001/42201.html
Richter haben ebenso wie der normale Hundeliebhaber das Anrecht auf persönlichen Geschmack. Wenn es jedoch darum geht, ursprüngliche körperliche Eigenschaften einer Hunderasse zu bewahren und schädliche Übertypisierungen zu vermeiden, erfordert die „geistige Entwicklung“ bei Richtern und Züchtern anatomisches Grundwissen. Daran scheint es oft zu mangeln.
http://www.arbeitskreis-azawakh.com/37202/40101.html).
In Bezug auf die im Standard enthaltenen Vorgaben der Schädeldimensionen äußert sich das häufig in der Unfähigkeit, zwischen Kopfbreite, Jochbogenbreite und Schädelbreite zu unterscheiden.
Ich benutze zur Demonstration das 2003 von ABIS in der Ursprungsregion asservierte Azawakh-Skelett .
Der Schädel in Aufsicht. Die Jochbogenbreite ohne Muskel- und Hautgewebe beträgt 10,7 cm.



Anatomisch korrekt bemisst sich die Schädelbreite an der Ausdehnung der Schädelkapsel einschließlich ihrer Gewebeschichten. Sie liegt bei einem durchschnittlichen Verhältnis zur Kopflänge von 4 zu 10 im Bereich von 8 bis 10 Zentimetern. Die häufig aus Unkenntnis herangezogene Jochbogenbreite führt in Bezug auf die Soll-Werte im Standard zu Fehlurteilen. Wenn die irrtümliche Korrelation von Jochbogenbreite und Kopflänge ein 4:10 – Ergebnis erbringt, handelt es sich um eine vom originären Typus abweichende Verengung der Schädelproportion, wie sie als dysfunktionale „Überfeinerung“ durch Engzucht beobachtet werden kann.